So, hiermit wären wir wieder up to date. Nach der Nacht am Straßenrand sind wir früh aufgestanden und haben eine Raftingtour auf dem Toungariro River gemacht. Jeder bekam einen Neoprenkombi inklusive Wind/Regenjacke und Fleece-pulli und Wasserschuhen. Dann ging es los. Zu fünft in einem Boot ging es, David und ich vorne, den Fluss hinunter. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht, auch wenn man sich nach und nach an die Stromschnellen gewöhnt. Wenigstens macht es dem Schlauchboot nix, wenn man volle Kanone gegen die Flusswand scheppert. Wir sind nicht gekentert und haben auch keine “Mann über Bord” Schreie gebraucht. Obwohl ich kurz davor war unsere ca. 12 jährige Australierin in einer Stromschnelle zu verlieren. Die kleine Schreimaschine hat mein Trommelfell ganz schön gereizt. Aber trotzdem war es ziemlich cool. Bei einem Stopp sind wir in einen kleinen Nebenarm gelaufen und von einem 5-Meter Wasserfall gesprungen. Super gut. Also ich, David hatte die wichtige Aufgabe des Zuschauers. Danach waren wir in einem ruhigeren Bereich des Flussees und es gab warmen Kakao und Schokolade mit Marshmellow-Füllung. So eklig süß, dass es schon wieder lecker ist.
Danach waren wir auf dem Campingplatz, David hat Empfang-Such-Fahr-Verbot und wir bereiten den nächsten Tag vor. Einmal auf den Toungariro Vulkan rauf, gucken und wieder runter. Was sich so leicht anhört ist eigentlich auch so leicht. 20 Kilometer, ein paar hundert Höhenmeter hoch und wieder runter. Ca. 6 Stunden ist man unterwegs. Das ist auch nicht das Problem, aber die Menschen. Gefühlt macht das jeder Tourist in Australien und jeder zweite ist Deutscher. Mein “Anderes Ende der Welt”-Gefühl schwindet mit den ganzen Marburger, Hannoveranern und Ostdeutschen Mitwanderern. David sagt dazu Rat-Race. Stimmt auch. Trotzdem ist es ziemlich aufregend. Der Vulkan ist noch aktiv und letztes Jahr erst ausgebrochen. Überall stehen Schilder dass man schnell gucken und dann wieder gehen soll. Die Erde dampft an manchen Stellen und beim Pausenplatz riecht es nach Schwefel. Ich habe nur mäßigen Appetit 🙂 Eine Schutzhütte wurde beim Ausbruch beschädigt, man sieht noch das Loch im Dach und den Felsbrocken im Zimmer liegen. Der Berg besteht aus vielen schwarz und grau/braun Tönen und die Seen sind türkisblau. Eigentlich wunderbar, wenn der Geruch nach faulen Eiern nicht wäre. Als wir zurück sind fahren wir nach Norden und landen in Matamata. Der Campingplatz ist super und bietet 3 Pools, mit heißem, warmen und kaltem Wasser. Wir springen ziemlich direkt rein. Seit gestern abend bin ich Fan von “Integration durch Sport”. Ich spiele Ball mit einem kleinen Mädchen und zwinge 3 asiatische Männer mitzuspielen. Diese werfen den Ball ihren Frauen zu und Ruck Zuck spielt der warme Pool Wasserball. Ich verstehe kein Asiatisch und das kleine Mädchen kann nicht so richtig gut reden, gut, das kann auch an dem Wasser in ihrem Mund liegen. Aber das Spiel ist super. Als wir zu oft den Ball älteren Neuseeländern auf den Kopf geworfen haben ziehen wir um ins kalte Wasser. Es macht total Spaß. Aber irgendwann ist David weg. Als ich zurückkomme hat David gekocht. Nudeln mit Bolognesesauce. Super! Wir futtern, teilen uns drei Bier und gehen schlafen.
Als ich morgens aufwache rappelts auf dem Dach. Ein Regen wie er mich an die Sintflut erinnert prasselt auf unser Dach. Und… hört nicht auf. Ein Glück steht das dreckige Geschirr draussen, nächstes Mal tue ich vorher Spüli rein. Wir quälen uns noch 2 Stunden in den Schlafsäcken, dann stehen wir auf, quetschen und nach vorne und fahren los. Irgendwo ein Kaffee suchen, Internet und Strom. Die ersten beiden Dinge haben wir gefunden. Sogar mit typisch neuseeländischer Verzierung.
Wir wollen weiter in den Norden nach Coromandel, wandern und Strand. Und wenn wir uns beeilen und der Akku noch hält setzen wir auch noch das Mathilda Angebot ins Netz.


Wow, schon am Tongariro… Ihr habt nen echt krassen Zeitplan. Fühlt ihr euch erholt oder gestresst? 🙂 Ich wünsch euch schon mal nen guten Rutsch.
LG an Stefan, Kuss für David 🙂
Nicole