Routeburn Track – Erster Tag

CIMG2690Wir parken den Van am westlichen Ende des Tracks und schultern unsere Rucksäcke. Auf dem Weg stetig nach oben entlang der Bergflanke kommen schon bald erste Zweifel ob wir nicht doch zu viel eingepackt haben. Aber noch habe wir Kraft und laufen weiter bergauf. Wir laufen durch Regenwald, im wahrsten Sinne des Wortes: Es nieselt und an den Stellen, an denen sich der Wald etwas lichtet ist nur weißer Nebel zu sehen. Wir versuchen in Regenjacke uns gegenseitig bei Laune zu halten. Die Stimmung bleibt jedoch etwas gedrückt, da wir uns um die Ausblicke betrogen fühlen. Ein wenig tröstet uns der beeindruckende Wald aus Bäumen die über und über mit Moos und Flechten bewachsen sind. Alles natürlich tropfnass…

Nach einer Weile erreichen wir die erste Hütte am Lake Howden und machen eine Pause, quatschen mit den Wandern, die hier bereits ihre Mittagspause machen. Wir müssen erst noch weiter wandern, bevor wir Mittag machen können, da wir recht spät los gekommen sind. Das Wetter hat sich inzwischen leicht verbessert, der Regen hat im wesentlichen aufgehört und ich ziehe meine Regenjacke schnell wieder aus, bevor ich mich darin totschwitze. Der Ausblick ins Tal unter uns bleibt uns leider noch immer verwehrt und so erfreuen wir uns an dem fantastischen Grün um uns. An einem der zahlreichen unglaublichen Wasserfälle halten wir an und machen Rast. Hier ist der Weg breit genug um entgegenkommende Wanderer nicht zu blockieren und wir machen uns an den mitgebrachten Käse und die Salami. Nach der Pause müssen die Rucksäcke wieder auf den Rücken: Es fühlt sich an, als wäre der Rucksack viel schwerer als noch vor 20 min. Aber Jammern hilft nichts, also hoch damit und Beckengurt schön eng schnallen!

Nicole, David und Nancy vor schönem Wasserfallkleiner Wasserfall am Routeburn Track

Rast auf dem Routeburn Track

Der Weg steigt stetig weiter den Berg an, mittlerweile schmerzen unsere Hüfen von der ungewohnten Belastung schon. Schließlich wird das Gelände wieder etwas flacher und der Wald öffnet sich in eine kleine grüne Sumpfwiese genannt “the orchard”. Wie der Name schon sagt, sieht diese Wiese ein wenig wie ein Garten mit Obstbäumen aus. Hier ist das Zelten aber noch verboten, wie müssen weiter bis zum Lake Mackenzie. CIMG2747CIMG2749

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Nach circa einer weiteren Stunde erreichen wir die Hütten an diesem See und unterhalten uns kurz mit Bekannten aus Singapur, die wir von Hamish aus Auckland kennen und am Vorbereitungstag in Queenstown per Zufall getroffen hatten. Da uns das Gewicht der Rucksäcke aber sehr auf den Schultern lastet, halten wir das Gespräch kurz und machen uns auf in Richtung Campingplatz, 10 Minuten verspricht ein Schild. Nach einem kurzen Weg am See entlang und über Holzsteige am Fels entlang erreichen wir den im Wald versteckten Platz und beginnen unser Zelt aufzuschlagen. Die einzelnen Parzellen bestehen aus Kies und einer grünen Kunstgrasmatte, etwas merkwürdig für einen Zeltplatz oder? Wenn man allerdings bedenkt, dass in dieser Gegend 6000mm bis 8000mm Regen pro Jahr fallen (das ist circa das 10-fache im Vergleich zu Deutschland), macht diese Bauweise wieder Sinn. Eine Wiese würde sich bei dem Regen innerhalb von wenigen Tagen in einen Sumpf verwandeln. Nachdem ich unsere Zeltnadeln in den steinigen Untergrund gequält habe, brauche ich unbedingt was zu essen. Heute gibt’s lecker Instantnudeln aus der Tüte und dazu geriebenen Käse…

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